Reisebericht Nordsulawesi-Sahaung März 2007

 

 

Vorweg:

Wir haben das Paradies entdeckt. Wir wollen da wieder hin. Danke, Anke. Danke Salmon, danke dem ganzen Blue-Bay-.Team. Allen, die Luxusurlaub suchen sowie allen, die auf Großfischjagd sind, raten wir dringend ab. Wer jedoch auf eine warme menschliche Atmosphäre wert legt, wer einen makellosen Tauch-Service sucht und wer Spaß hat an zahlreichen kleinen und skurrilen Lebewesen des Ozeans, der ist hier richtig aufgehoben.

Unsere Kamera: Tja, diesesmal, so dachten wir brauchen wir dann doch eine neue Kamera. Sie sollte makrofähig sein und einen guten Weitwinkelbereich abdecken. Sie sollte außerdem gut für die Unterwasserfotografie geeignet sein. Nach langen Recherchen haben wir uns für die Canon Powershot S80 entschieden (4 Generationen weiter als unsere alte S45) und sie bei Ebay ersteigert. Das dazugehörige Unterwassergehäuse sowie ein paar SD-Cards waren auch günstig zu bekommen. Außerdem haben uns unsere Freunde eine Fotofestplatte geliehen mit ca. 40 GB Platz. Die Ausrüstung war also perfekt. Um es kurz zu machen: Aufgrund einer Unachtsamkeit beim Schließen des Unterwassergehäuses hat sich beim ersten Tauchgang unsere S80 verabschiedet, so dass wir doch wieder die glücklicherweise doch mitgebrachte S45 nutzen mussten. Bungalownachbarn ist das gleiche 2 Tage später auch passiert, und sie haben uns dann netterweise eine nicht mehr benötigte 1GB CF-Karte geliehen (Danke Antje und Michael), die wir deshalb dringend brauchten, weil sich nach 1 Woche auch unsere Festplatte mit sämtlichen bis dahin gemachten Fotos verabschiedet hat.

Korrekturen an den Bildern, die bei Fotos mit der S45 dringend notwendig sind, wurden zu Hause mit unserem bewährten Uralt-Programm MicrografX in der Version 8.0 von 1998 gemacht. Als Unterwasser-Lampe hatten wir uns die Antares Raptor dabei und Ihre kleine Schwester, die Falcon. und als Tauchcomputer den Suunto Gekko. 

Aber von vorn:

Anreise:
 

 

Von Frankfurt aus ab mittags mit der Singapur Airline. Wir sind einen Abend vorher angereist und haben eine Nacht in einem NH- Hotel verbracht und den Wagen dort 3 Wochen in der Tiefgarage geparkt. Singapur Airline hat das gehalten, was wir uns davon versprochen haben. Super! Auch der Flughafen in Singapur ist sehenswert. Überall gibt es kostenfreie Internetzugänge. Besonders gefallen hat uns der wunderschöne Orchideengarten. Dann ab Singapur weiter mit der Silkair. Wir saßen in einem Pulk von Russen, die allesamt die 2-Promille-Grenze schon überschritten hatten und trotzdem noch fleißig am Picheln waren. Oh Gott, dachten wir, wird das Publikum in Sahaung diesem Niveau entsprechen?

Angekommen völlig erschöpft in Manado wurden wir mit Namenstafeln von Salmon, dem Chef, empfangen. Und der Urlaub ging sofort los. Die Fahrt vom Flughafen zum Jetty (ca. 2 Stunden) war trotz unserer Müdigkeit ein tolles Erlebnis. Im März nach der Regenzeit steht der Dschungel in vollem Saft, vorbei an Mangobäumen, Reisfeldern und vollhängenden Rambutanbäumen, die Straße immer gesäumt von Menschen, die hier halt in Häusern und Hütten und Läden direkt an der Straße leben. Salmon hat dann nach nettem Smalltalk an einem Obststand angehalten und uns frische Rambutan und Duku (wahnsinnig lecker) gekauft. Schon jetzt haben wir geahnt, auf welche Freundlichkeit wir stoßen würden. Dann weiter vom Jetty (sah etwas vermüllt aus) mit dem kleinsten Boot der Blue Bay-Divers und großen Problemen mit einem der beiden Motoren  nach Sahaung. Empfangen wurden wir da von Anke, der Chefin, und Ihrer Freundin Nicole, die längere Zeit auf Sahaung verweilt hat. Und schon nach dem ersten Willkommensgespräch war uns klar, dass wir hier richtig waren. Die vielen bombastisch guten Kritiken im Tauchernet hatten nicht gelogen.

Wetter:

 

März war in allen Infos, die man so über Nordsulawesi bekommen kann noch als Regenzeitmonat angegeben. Durchschnittlich 21 Tage sollte es regnen. Doch das gilt offensichtlich nicht für Bangka und Sahaung. Abgesehen von einem Vormittag Regen und ein paar bedeckten aber trockenen Tagen sowie von dem einen oder anderen nächtlichen Schauern, hatten wir super Wetter. Allein auf unseren beiden Touren in die Lembeh-Strait und nach Bunaken gab es ordenliche Monsun-Regen. Auf Sahaung blieb es an diesen Tagen laut Angaben aller Anderen dabei trocken.

Die Insel:

Sahaung ist ein Kleinod in Nordsulawesi. Ein Ort der Ruhe und Entspannung, herrlich gelegen.

Die Blue-Bay (Blaue Bucht) liegt zwischen Bangka und Sahaung und bildet quasi den Übergang zwischen Indischem und Pazifischem Ozean. Die östliche Blue-Bay ist sehr flach und nicht schiffbar. Sie ist mit einer großen Seegraswiese bewachsen und voller Seesterne. Bei Ebbe kann man hier zu Fuß nach Bangka rüber laufen, bei einer Vollmondebbe sogar fast trockenen Fußes.

Der Sandstrand ist wunderschön. Weil die Blue-Bay sonst ganz von Mangroven und anderen Bäumen  umrundet ist und weil die Indonesier den Ozean leider auch oft zur Müll-Beseitigung nutzen wird halt sehr viel Laub und manchmal auch Müll angeschwemmt. Doch das Blue-Bay-Team reinigt jeden Tag den Strand gründlich für mehrere Stunden. Die Bucht schimmert je nach Tageslicht in verschiedenen Farben, von türkis über grün bis zu tiefblau. Der Strand ist malerisch mit Palmen, Bäumen und Büschen bewachsen, es gibt viel Schatten, rechts und links der Bucht wachsen Mangroven. Die Atmosphäre hat Ihren ganz eigenen Reiz, ganz anders als die bisherigen Traumstrände, die man kannte. Es ist nicht der perfekte Bilderbuchstrand aus den Hochglanzprospekten, aber doch paradiesisch schön. Bei Ebbe kann man die Insel zu Fuß umrunden über Steine und Geröll in etwa 30-45 Minuten. Es gibt auch noch eine zweite Sandbucht vor einer Seegraswiese, aber hier sieht man deutlich, wie das ganze aussieht ohne tägliche Reinigungskolonne. An einer Stelle ist ein Reisfeld in den Hang gebaut. Nur der Strand- und Bungalow-Bereich ist flach und wirklich gut begehbar. Das Inselinnere ist nicht nur hügelig sondern auch sehr dicht mit Urwald bewachsen und deshalb für den „Normal-Urlauber“ nur schwer zugänglich. Die Geräuschkulisse ist wahrhaft tropisch und extrem abwechslungsreich. Zum Schwimmen ist die Blue-Bay auch geeignet, es empfiehlt sich aber in jedem Fall gute Badeschuhe mitzubringen, denn im Wasser und auf dem Sandgrund finden sich so manche wehrhafte und manchmal auch hochgiftige Wesen und das schon sehr nah am Ufer. (Steinfische, Indian Walkman, Kegelschnecken, Seeigel, Drachenköpfe…)

Die Gezeiten fallen hier recht stark aus, der Wasserstand bei Ebbe und Flut unterscheidet sich enorm. Die Bungalowanlage ist malerisch in die Natur eingebunden und ergänzt die Atmosphäre in bester Weise. Das Restaurant ist wunderschön durchlüftet, es gibt einen großen Esstisch mit ebenfalls großen Holzstühlen, sowie eine Sitzecke zum Quatschen und für das tägliche Debriefing. Der Kompressorraum ist im rechten Teil der Bucht sehr unauffällig und im Hintergrund gebaut. Von der ganzen Arbeit, die dahintersteckt, bekommt der normale Gast nur am Rande etwas mit.Es gibt einen kleinen Beach-Volleyball-Platz, an dem die Mitarbeiter öfters viel Spaß haben. Natürlich wird man zum Mitspielen aufgefordert.

 

Tiere:

 

Auch ein superspannendes Thema auf der Insel.

Beginnen möchten wir mit den 3 Hunden, die superlieb sind., also alles wunderbar, gäbe es nicht die Hundehaar-Allergie von Alexandra. Die jüngste Hündin Joya hatte ausgerechnet an Ihr einen Narren gefressen. Sie eroberte im Sturm die Herzen aller Gäste, aber ausgerechnet Alexandra war die Auserwählte. Aber trotz einiger roter Stellen an den Unterschenkeln hat Alex das ganze gut überstanden. Ansonsten gibt es mindestens 2 Krabbenarten, eine Strand- und eine größere rote Landkrabbe. Einmal sind wir einer giftgrünen und offenbar auch giftigen Schlange begegnet. Es empfiehlt sich also nicht barfuss  und mit kurzer Hose durchs hohe Gras zu laufen. Bei der Wanderung um die Insel sieht man immer wieder Warane im Gestrüpp, die aber sofort fliehen. Einmal hat ein Mitarbeiter einen Waran gefangen, den man sich dann für ein paar Stunden anschauen konnte. Es soll auch ein Faultier auf Sahaung geben. Dies haben wir jedoch nicht entdeckt. In den Mangroven gibt es viele lustige Schlamm-Springer. In und an den Bungalows gibt es die in den Tropen obligatorischen und willkommenen Geckos.

Zu den Meereslebewesen, die natürlich das Highlight auch dieser Tauchreise waren wird in den Kapiteln „Schnorcheln“ und „Tauchen“ mehr erzählt. Insekten gibt es natürlich auch, einige bunte Schmetterlinge, einige Ameisen (aber nicht im Bungalow), einige recht dicke Käfer. Kakerlaken sieht man höchst selten. Mücken sind natürlich auch auf Sahaung ein lästiges Thema. Vor allem in der Morgen- und Abenddämmerung. Es empfiehlt sich, helle langärmelige T-Shirts mitzubringen. Antibrumm erwies sich bei uns als effektiver im Vergleich zu Autan.

Bungalow:

Ohne Frage, der Bungalow hat Atmosphäre.

Ein großes „Himmelbett“ als Zentrum mit intaktem Mosquitonetz. 2 offene flache Stehschränke, alles aus Holz, auch der Boden. Zwei Nacht-Konsolen mit 2 Schubladen, eine mit Lampe, die ein romantisches Nachtlicht abgibt. An der Wand hängt ein Fan, Klima-Anlage ist nicht vorhanden. Daneben über eine kleine Treppe zu erreichen ist das gemauerte Bad. Vorweg hatten wir da schon unsere Befürchtungen, denn es gibt kein fließendes Wasser. Aber das „Schöpfbad“ indonesisch „Mandi“ genannt hat durchaus seinen Reiz. Ein gemauertes Becken wird alle 3 Tage mit frischem klarem Brunnenwasser aufgefüllt. Man hat einen „Duschvorhang“ und die Wassertemperatur liegt etwa bei 27 °C. Das ist zwar gerade morgens für unser Empfinden recht frisch, aber man gewöhnt sich sehr schnell daran. Auch die Toilette wird mit einem kleinen gemauerten Mandi per Schöpfkelle gespült. Das klappt überraschend gut. Ein Manko im Bad ist das zu kleine Waschbecken.

Täglich gibt es zum Zähneputzen oder Trinken 1 Liter  frisches Trinkwasser aufs Zimmer. Im Bungalow gibt es 3 Steckdosen zum Laden diverser Akkus (Kamera, Unterwasserlampen…) Der Generator läuft aber keine 24 Stunden sondern nur vormittags und abends ab 17-18 Uhr und wird dann gegen 24 Uhr wider ausgeschaltet. Wer jedoch bittet, bekommt auch mittags Strom, wenn man beispielsweise für einen Nachttauchgang seine Akkus der Unterwasserlampen laden möchte. Schön ist, dass man seine Tür nicht abschließen braucht. Wir hatten absolutes Vertrauen zu allen Mitarbeitern und Mitgästen und das wurde in den  3 Wochen auch nicht enttäuscht.

Die Terrasse ist malerisch zur Bucht hin gelegen. Es gibt 2 Bast-Sessel mit Tisch, eine Hängematte sowie ein Trockengestell für Handtücher und Badesachen. Vor dem Eingang steht eine Tonschüssel mit Wasser gefüllt, um vor dem Betreten des Bungalows den Sand von den Füßen zu spülen. Zu jedem Bungalow gehören des Weiteren 2 Bast-Liegen und wenn die Bäume dort keinen Schatten spenden auch ein Sonnenschirm.

Wir hätten uns nur 2 Dinge anders gewünscht: Ein Stuhl oder Sessel im Bungalow wäre nicht schlecht gewesen und die Matratze hätte etwas härter, dicker und nicht so durchgelegen sein sollen.

Fazit: Kein Luxus, aber gemütlich, romantisch und zweckmäßig. Das fehlende fließende Wasser lässt sich übrigens ökologisch begründen, denn die Insel hat nur ein sehr begrenztes Süßwasser-Reservoir und eine Meerwasserentsalzungsanlage wie zum Beispiel auf den Malediven üblich, würde die Kosten immens ansteigen lassen. Das gleiche gilt natürlich auch für den Strom. Übrigens haben Anke und Salmon angedacht, gegebenenfalls eine schwarze Wanne mit Wasser auf dem Bungalowdach zu bauen. Das Wasser würde sich tagsüber in der Sonne aufheizen und man könnte jedenfalls in begrenztem Masse warm duschen.

 

Das Blue-Bay-Team:
 

 

17 superfreundliche und fröhliche Menschen, die jede freie Sekunde singen oder blödeln, zu Beginn ein bisschen schüchtern sind, aber sehr schnell auftauen, singend Ihrer Arbeit nachgehen, fleißig sind, verantwortungsbewusst, gut in Ihre Arbeit eingewiesen, mit einem kindlichen Humor, Menschen, die man einfach gern haben muss und die einen sofort in Ihre Mitte aufnehmen, das Blue-Bay-Team. Das gilt übrigens durchgängig angefangen vom Zimmermädchen über die Köchinnen, die „Strandreiniger“ und natürlich die Tauch-Guides (aber darüber mehr im Kapitel „Tauchen“) Diese Menschen haben sicher nicht viel Geld und leben in einfachen Verhältnissen, sind von unserem westlichen Sicherheitsdenken meilenweit entfernt und scheinen doch um so vieles fröhlicher und zufriedener als so manch einer in Mitteleuropa. Übrigens ist der Anteil an Christen in Nordsulawesi bei ca. 80 %, meist freikirchlicher oder protestantischer Herkunft. Manchmal hat man den Eindruck einer fast urchristlichen Gemeinschaft.

Welch glückliche Menschen.

Der Service war erste Klasse, der Bungalow immer tip top gemacht. Anke und Salmon haben da wirklich ein super Team auf die Beine gestellt. Viele aus dem Team kommen aus dem benachbarten Dorf in Bangka und ernähren durch Ihre Arbeit ganze Familien. Natürlich werden Anke und Salmon auch Ihre Probleme haben mit Ihren Angestellten, aber das bemerkt man nicht. Anke hat eine sehr angenehme, unaufdringliche Art mit Ihren Gästen umzugehen. Was besonders auffällt ist, dass alle noch begeisterungsfähig sind, auch wenn vieles schon längst hätte zur Routine werden können. So hat Salmon auch nach sicher mehr als 6000 Tauchgängen noch immer Spaß an der Sache. Danke auch an Nicole, die für ca. ein halbes Jahr bei Ihrer Freundin auf Sahaung lebt. Sie war an vielen Stellen mit helfender Hand, Rat und Tat zur Stelle.

Wir vermissen das ganze Blue-Bay-Team schon und wollen alle gerne wiedersehen.

Essen und Trinken:
 

 

 

Gut, das haben wir sicher schon besser gehabt. Doch vorweg: Es hat immer geschmeckt und genug war auch immer da. Im Preis inbegriffen sind Cola und Sprite (nein, Fanta gab’s immer noch nicht, soll angeblich furchtbar schmecken in Indonesien) und Wasser im Wasserspender (wir hatten vor der Reise Bedenken, dass der Spender ein Verbreitungspool für Durchfälle sein könnte, aber die gab es in dieser Zeit bei keinem Gast) sowie immer eine Kanne mit heißem Wasser, um sich einen Nescafe oder Tee machen zu können. Kaltem Wasser aus dem Spender konnte man mit 2 süßen Sirupen etwas Geschmack geben. Auf dem Buffet-Tisch stand immer eine Dose mit Plätzchen und Waffeln. 

Das Frühstück war den Umständen entsprechend. Toastbrot mit Magarine, Nutella, Marmelade, Kraft-Käse, einem herzhaften Aufstrich. Man konnte sich Eierspeisen (gekochte Eier, Spiegeleier, Rührei, …) aussuchen oder Nudelsuppe oder gebratenen Reis. Der Pfannkuchen war meist giftgrün, das kindliche Gemüt der Köchinnen lässt sie gerne mal zu Lebensmittelfarbe greifen. Was uns gefehlt hat sind frische Früchte oder mal ein leckeres Brot.

Mittags und abends wurde warm gekocht. Es war fast immer lecker, manchmal schon recht scharf aber meist unserem europäischen Geschmack angepasst. In drei Wochen wiederholt sich halt so manches, um es vielleicht ein bisschen humorvoll zu sagen: wir haben wahrscheinlich fast den ganzen Hühnchen-Bestand von Nordsulawesi vertilgt. Ganz so schlimm war’s nicht, es gab auch immer Fisch, frische Salate, Reis und Gemüse-Gerichte, oft auch Mais-Bratlinge. Ein Gericht hat uns an unseren rheinischen Sauerbraten erinnert. Zum Nachtisch gab es immer Saisonobst (Bananen, eine wahnsinnig leckere Ananas, Rambutan, Mango, Papaya und Duku (eine Frucht zwischen Mangostan und Rambutan, superlecker)

Das Salz am Tisch zieht leider sehr stark die Luftfeuchtigkeit und ist deshalb feucht und klumpig, aber das ist nun mal so in den Tropen. Schön fanden wir, dass es immer eine Tischgemeinschaft gab, Einzeltische gibt es nicht sondern nur einen großen Tisch für alle Gäste zum Glück ohne Sitzordnung. Die Blue Bay Band spielt fast jeden Abend zum Abendessen mit viel Enthusiasmus Ihre Songs, nach einigen Tagen kann man viele schon mitsummen. Die Band ist übrigens ein Phänomen, zum einen einige höchst phantasievoll selbst gebastelte Instrumente (das Schlagzeug und vor allem der Bass), zum anderen: Alle im Blue-Bay-Team können alle Instrumente (Gitarre, Ukulele, Bass, Schlagzeug, Gesang, Percussion). Die Band ist also jeden Abend anders zusammengesetzt. Und manchmal vor allem zu Geburtstagen gibt es Kuchen und es wird ein Lagerfeuer gemacht und getanzt. Glückliches Sahaung.

 

Schnorcheln:

 

Schnorcheln hat für uns eine ganz eigene Qualität. Wir haben intensiv geschnorchelt in unseren Urlauben bevor wir mit dem Tauchen angefangen haben, und Schnorcheln hat immer noch seinen Reiz für uns. Das Licht direkt unter der Wasseroberfläche bringt die Farben viel schöner hervor als in 15 m Tiefe. Es gibt kein zeitliches Limit, gesetzt den Fall, dass man einem Sonnenbrand vorbeugt, und es gibt knapp unter der Wasseroberfläche noch mal andere Meeresbewohner als in tieferen Gefilden. In der Blue Bay kann man recht schön schnorcheln. Zwar sind die Korallenriffe dort nicht die Schönsten, aber es gibt viel Abwechslung.

In Linker Hand der Blue Bay gibt es nach anfänglicher Seegraswiese ein Korallenriff zum Schnorcheln. Die Fische zeigen ein ausgeprägtes Fluchtverhalten, wahrscheinlich, weil hier auch gefischt wird. Doch es gibt viel zu sehen: tanzende Süßlippen-Jungtiere, zahlreiche Doktor-und Trompetenfische, einige Feilenfische, Seenadeln, viele Seesterne, Drachenköpfe, Grundeln, Fangschreckenkrebse, Palettenstachler, Kofferfische, viele Krugfische, Picasso-Drücker, die ein oder andere Nacktschnecke, viele Seeschlangen , mindestens 5 verschiedene Arten Clownsfische, Annemonen in allen Farben, nachts auch viele Garnelen und Einsiedlerkrebse und und und….

Ansonsten lohnt es sich aber auch über dem Sand, den Seegraswiesen oder bei Flut auch in den Mangroven zu schnorcheln. Es gibt zahlreiche Blaupunktrochen, einige Kugelfische, viele Muränen, Seeschlangen, große Felder von Warzenseesternen, im Seegras gut getarnte grüne Seenadeln oder Feilenfische, Fledermausfische, Mangroven-Kardinalsbarsche, Feuerfische, und wenn man Glück hat direkt am Ufer auch Geisterfetzenfische. Die früher hier ansässigen Seepferdchen, die in vielen Reiseberichten erwähnt wurden, waren leider nicht mehr da. Auch unter den Holz-Floßen in der Bucht, die von Fischern gebaut wurden, um Köderfische zu fangen, ist viel zu entdecken. Hier gibt es zahlreiche Krabben, Feldwebelfische, Bäumchenlippfische. Auf der gegenüberliegenden Bucht an den Mangroven Bangkas gibt es einen kleinen Schiffsfriedhof, den man sich beim Schnorcheln anschauen kann.

Tauchen:

Tja, schöner können wir uns das nicht mehr vorstellen. Man weiß gar nicht, wo man anfangen soll.

Vielleicht zuerst etwas über den Service: So und genau so haben wir uns das gewünscht. Der Service hier ist erste Sahne. Die Bootscrew bringt das ganze Gerödel aufs Boot, baut alles zusammen, hilft beim Anziehen und das alles in der Geschwindigkeit, die wir vorgeben. Stress vermeiden heißt die Devise. „Palang palang“ , langsam langsam, es gibt keinen, der zur Eile mahnt. Und wenn man dann im Wasser ist, werden die Lampen und Kameras nachgereicht. Und selbst bei Ende des Tauchganges zieht man das ganze Gerödel noch schwerelos im Wasser aus und es wird von der Bootscrew aufs Boot gehievt. Die Boote waren nie voller als 3 Tauchpaare. Jedes Paar hatte einen eigenen Guide, meist waren 2 Tauchpaare an Bord, es gab aber auch Tage, wo wir ein Boot ganz für uns hatten mit den Guides. Die Flaschen waren immer gut gefüllt, meist über 200 bar und wenn sie mal unter 200 bar waren wurden sie noch vor dem Tauchgang ausgetauscht. Auch unter Wasser zeigen die Dive-Guides Ihre Klasse. Unser Guide war Demos, ein ruhiger besonnener Mensch, der nicht nur Adleraugen und eine riesen Geduld hatte, sondern sichtlich Spaß daran hatte, uns diese ganze wunderbare Makrowelt zu zeigen. Und er war selbst auch immer wieder begeistert, wenn er etwas auch für sich neues entdeckt hatte. Außerdem war er unter Wasser sehr souverän. Auch brenzliche Situationen hatte er schnell und gekonnt im Griff. Sei es der Schwindelanfall oder das Abblasen der Flasche von Manuel oder das klemmende Inflator-Ventil von Alex, wodurch in 20 m Tiefe Dauerluft ins Jacket geblasen wurde mit der Gefahr eines ungewollt schnellen Aufstiegs. Immer hat er die Situation sofort richtig erfasst und schnellst möglich und richtig reagiert. Sein Luftverbrauch war übrigens phänomenal niedrig. Wenn wir bei 50 Bar angelangt waren, so hatte er noch 150 bar. Und Manuel konnte den Rest des Tauchganges noch an seinen Oktopus, damit der Tauchgang so lange wie möglich ausgekostet werden konnte. Und es wurde meist sehr lange das heißt meist über 1 Stunde getaucht und das obwohl alle Diveguides dann schon mächtig gefroren haben. Die Wassertemperatur schwankte zwischen 29 °C und 25°C: Anke übrigens hat uns zu Beginn immer recht unauffällig noch zusätzliche Tauchguides an die Seite gestellt, weil sie gemerkt hat, dass wir noch recht unsicher waren. Mal ist sie selbst mitgetaucht, mal Nicole, mal Jerry, immer unter der Vorgabe, dass die zusätzlichen Guides einen Fun-dive mitmachen wollten. Danke Anke!

Nun noch etwas zu dem Tauchgebiet: Vor dieser Reise hatten wir eine riesen Wunsch-Liste, was wir alles sehen wollten. Diese Liste ist nun ziemlich geschrumpft, denn wir haben fast alles gesehen, was wir uns gewünscht haben. Bangka ist als Tauchgebiet ein ideales Zwischending zwischen Bunaken und der Lembeh-Strait. Zum einen die wunderschönen Korallen und Schwämme, zum anderen viele Critters und eine wunderschöne Makrowelt. Hier aufzuzählen, was man alles sehen kann, führt viel zu weit. Stellvertretend für all die Wahnsinns-Tauchplätze hier ein kleiner Eindruck von der Blue-Bay selbst. Bei einem Tauchgang direkt vor der Haustüre sieht man so manches, wofür man sonst fast 10 Tauchurlaube braucht: Genannt seien Steinfische, Indian Walkman, Krokodilfische, Mandarinfische, Nacktschnecken, Baramundis, verschiedene Arten von Geisterfetztenfischen, Jungtiere von Kaiserfischen, riesige Feuerfische, große Seenadeln und und und…Ansonsten verweisen wir auf unsere Unterwasser-Diashow.

Teilweise gibt es recht heftige Strömungen, was uns nicht so behagte und schon mal zum Abbruch eines Tauchganges führte. Das gilt vor allem für den Highlight-Tauchplatz „Sahaung-Pinacles“ direkt vor der Haustür, ein bei ruhiger See traumhaft schöner Platz mit einer unglaublichen Fischvielfalt. Die Wahnsinns-Korallenwelt von Bunaken mit vielen Großfischen und das Muck-Diving in der Lembeh-Strait sind die Tagestouren allemal wert, doch wir sind froh, an diesen Stellen nicht unseren gesamten Urlaub verbracht zu haben. Auf der Rückreise von der Lembeh-Strait besucht man übrigens noch den Tangoko-Nationalpark und schaut sich einen Schlafbaum der Tarsier-Äffchen an.

Besonders erwähnen möchten wir noch das De-Briefing im Nachmittag oder Abendbereich. Anke und Salmon haben jedes nur erdenkliche Bestimmungsbuch über die Unterwasserwelt. Man sitzt also nach einem Tauchtag mit seinem Tauch-Guide zusammen und trägt ins Log-Buch alles ein, was man Besonderes auf den Tauchgängen gesehen hat. Und das ist pro Tauchgang nicht wenig. Die Tauchguides vergessen wirklich nichts, was sie Dir gezeigt haben, und sie sind sehr sicher im Auffinden der Spezies in den Bestimmungsbüchern. Fotos werden verglichen, alle erzählen mit Begeisterung, was sie so gesehen haben, und wenn der Logbucheintrag fertig ist, quatscht man auch gemütlich über viele andere Themen bevor es zum Abendessen geht.

Hier noch unser Rest der Wunschliste für den nächsten Sahaung-Urlaub: Walhai, Manta, Wonderpus, Mimik-Oktopus, Dugong, Blauringoktopus, weißer Anglerfisch, Haariger Anglerfisch, Schluckspecht, Harlekin-Garnele. Ist doch machbar, oder ?

 

Alternativen zum Tauchen:

Tja, wir waren süchtig nach dem Tauchen dort in Sahaung, und so haben wir nichts anderes unternommen. Selbst Bücher haben wir noch nie sowenig gelesen wie in diesem Urlaub. Aber Möglichkeiten gibt es schon so manche, so dass wir uns darauf im zweiten Sahaung-Urlaub freuen können. So kann man zum Beispiel das Nachbardorf auf Bangka besuchen, dem Erzählen nach mit vielen neugierigen Kindern und freundlichen Menschen. Oder man könnte sich für einen Tag zu einem der traumhaften einsamen Strände am Festland bringen lassen und dort 1 Tag Robinson spielen. (Diese Strände kann man sich übrigens phantastisch bei Google-Earth anschauen) Eine Hochlandtour wird angeboten und das verspricht wunderschön zu sein, wenn man alleine die Fahrt vom Flughafen Manado zum Pier betrachtet. Manado selbst kann natürlich auch zum Shopping besucht werden. Des Weiteren steht eine Station zur Rückführung domestizierter Wildtiere in den Dschungel auf dem Besuchsprogramm. Langweilig wird es einem bestimmt nicht.

 

Kurz noch zu den Preisen:

 

 

Die Blue Bay Divers sind ein reines Tauchresort, so dass man einen Aufenthalt dort nur incl. Tauch-Arrangement buchen kann. Ein Tauchtag incl. 2 Tauchgängen und Vollpension incl Softdrinks kostet derzeit (Stand Mai 07) je nach Aufenthaltsdauer pro Person zwischen 80 und 90 Euro und dieser Preis ist für das, was geboten wird, nicht zu hoch! Aktuelle Preise können auf der Homepage nachgeschaut werden: www.blue-bay-divers.de

Eine Flasche Bier kostet umgerechnet 2,10 €

Tagestouren-Zuschläge für Lembeh oder Bunaken : 20 € pro Person aber incl 3. Tauchgang.

T-Shirt der Blue-Bay-Divers 15 €

Das Trinkgeld übrigens wird nicht einzeln vergeben sondern am Ende des Urlaubs an Anke gegeben und unter dem ganzen Team aufgeteilt. Gebt reichlich, sie haben es verdient.

Flugpreise: In aller Regel fliegt man mit der Singapur-Airline erst nach Singapur und von dort weiter mit der Silkair nach Manado. Unser Flugpreis lag knapp über 1000 €. Die Preise können aber auch deutlich günstiger sein, aber in der Ferienzeit auch deutlich höher.

 

Gesundheit:

Es empfiehlt sich in jedem Fall eine Vorbeugung gegen Ohrenentzündungen vorzunehmen in Form der Ehmschen Tropfen oder Abwandlungen davon. Viele Gäste und auch ich, Manuel hatten Probleme damit, die nur mit Antibiotika und Kortison in den Griff zu bekommen waren und so manchen Zwangstag beim Tauchen bedeutet haben. Alexandra, die sonst immer Probleme damit hatte und in diesem Urlaub die vorbeugenden Ohrentropfen genommen hat, blieb davon verschont.

Ansonsten empfiehlt es sich, die übliche Reiseapotheke für die Tropen mitzunehmen, denn in der Nähe gibt es sicher keine Apotheke. Malaria ist auch in Sulawesi ein Thema. Von der WHO wird aber für Sulawesi nur die Mitnahme eines Stand-By-Medikamentes empfohlen. Laut Aussage von Anke hat es auf Sahaung noch nie einen Malaria-Fall gegeben. Wer sich näher informieren möchte kann hier mal reinschauen.

 

Zum Schluss:

Ach ja, ein Erdbeben haben wir noch mitbekommen dort, nicht schwer, etwa so wie die Erdbeben, die alle 20 Jahre mal in Deutschland auftreten, aber damit muss man dort schon mal rechnen. Vor einem Tsunami würden wir persönlich keine Angst haben, da die Bungalows in einer vom Meer abgewanden Seite an der ruhigen Blue-Bay liegen, Ein Tsunami würde hier unserer Ansicht nach nur den Wasserspiegel steigen lassen ohne zerstörerische Kraft.

Viele Grüße an alle, die wir dort kennengelernt haben , speziell an Silke und Sascha, Charly und Christiane (Tausend Dank für die Speicherung unserer Fotos und die gebrannte DVD), an Traudl und Peter, an Roman, Aurelio und Matthias, an Antje und Michael und an Jude sowie natürlich an das ganze Blue-Bay-Team. Tausend Dank auch besonders an Demos, der uns ein super Tauchguide war. Bleibt alle so wie Ihr seid, wir würden uns freuen, Euch wiederzusehen und sind überzeugt davon, dass es bald schwer werden wird, bei Euch noch einen Platz zu bekommen bei all den Wiederholungstätern. An Anke und Salmon: Wir würden uns riesig freuen, Euch 2008 bei der Boot in Düsseldorf zu treffen

Auch dieses mal danken wir Gott für dieses paradisische Stück Erde, möge alles so erhalten bleiben.

Alexandra und Manuel

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